Madeleine Müller berichtet vom Aktionstag des AK Kluger und nachhaltiger Konsum

Da sich die KLJB Freiburg schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt hat und hierzu auch einige Gedankenanstöße ihren Mitgliedern geben wollte, war es ein Glücksfall, dass wir zwei von rund 139 Bioenergiedörfer Deutschlands besuchen durften.

Zu dieser Tagesexkursion fanden sich am Samstag, den 22. April zehn KLJBlerinnen und KLJBler aus Nußbach und Landshausen zusammen. Unseren ersten Halt machten wir in Untermaßholdersbach in der Nähe von Heilbronn. Bei unserer Ankunft wurden wir schon erwartet und durften auch gleich im kleinen Rathaus Platz nehmen. Anhand einer Power Point-Präsentation wurde uns die Entstehungsgeschichte von der Idee bis hin zur konkreten Umsetzung eines Bioenergiedorfs vorgestellt. Die dorfansässige Biogasanlage eines Großbauerns wurde nach einiger Zeit als Wärmequelle für rund 100 Dorfbewohner genutzt. Hierbei ziehen alle Dorfbewohner an einem Strang und liefern stets Verbrennungsmaterial für die Wärmegewinnung.

Johannes Weidmann, einer der Führer, durchquerte mit uns das kleine Dorf und veranschaulichte uns den Verlauf. Fest steht, dass das Konzept zu funktionieren scheint und die Gemeinschaft im Dorf dadurch ungemein gefördert wird. Die Vorstellung, dass Kuhmist und der frisch gemähte Rasen für die eigene Wärme im Haus sorgen, scheint die Lösung aller Probleme darzustellen. Jedoch wurde uns auch von den Bewohnern selbst bestätigt, dass solche Projekte in naher Zukunft eher im kleineren Rahmen realisiert werden können. Mal sehen, was hier noch kommt. Zunächst hieß es aber für uns den Magen wieder zu füllen und so gingen wir, auf Empfehlung der Dorfbewohner, in ein kleines chinesisches Restaurant und konnten so unsere vielen Eindrücke erst einmal sacken lassen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann weiter zum zweiten Bioenergiedorf nach Füßbach, das ungefähr zehn Minuten von Untermaßholdersbach entfernt ist. Hier bemerkten wir schon bei unserer Ankunft den Größenunterschied zu Untermaßholdersbach. Die Biogasanlage war um einiges größer und effizienter. Herr Karle, der Besitzer der Biogasanlage und Mitbegründer des Bioenergiedorfs, durchlief mit uns die gesamte Anlage. Ebenso wie in Untermaßholdersbach bezieht er seine Rohstoffe von den Bauern im Dorf, aber auch von Großhändlern, die ihre biologisch abbaubaren Abfälle bei ihm entsorgen. Er produziert nicht nur Wärme für das gesamte Dorf, sondern auch Strom, den er zum Verkauf anbietet. Außerdem gewinnt er durch die Biogasanlage einen Biodünger, womit alles wiederverwertet wird. Alles in allem merkte man, dass hier ein Geschäftsmann spricht und nicht eine kleine Dorfgemeinschaft. Doch nicht nur die Biogasanlage wurde in Füßbach etabliert, sondern auch das Carsharing mit Elektroautos. Laut Herrn Karle verläuft das Projekt hervorragend und schon bald werden neue Transportmittel zur Verfügung gestellt. Mit einem eigenen Internetportal haben die Dorfbewohner die Möglichkeit, bei Bedarf sich für einen bestimmten Zeitraum das Elektroauto zu mieten. Doch nicht nur die jüngere Bevölkerung der rund 100 Dorfbewohner beteiligt sich an dem Projekt, sondern auch die ältere Generation nimmt das Carsharing gut an. Mit einer kleinen Fahrt im Elektroauto beendeten wir schließlich unsere Exkursion zu den beiden Bioenergiedörfern und machten uns wieder auf den Heimweg.

Text: Madeleine Müller (KLJB Nußbach, Bezirk Acher-Renchtal)

Hier einige Impressionen vom Aktionstag des AK Kluger und nachhaltiger Konsum.

 

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

Die Kommentare sind geschlossen.