Frühjahrs-Diözesanversammlung geht zu Ende – Die KLJB Freiburg bewegt das Land!

Diözesanversammlung der KLJB Freiburg verbschiedet Positionspapier zu TTIP und prüft Ausstieg aus facebook

Neckarelz/Freiburg, 20.-22. März 2015 – Über 60 Jugendliche und junge Erwachsene setzen sich an der Frühjahrs-Diözesanversammlung der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) im Diözesanverband Freiburg mit aktuellen und zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander und greifen die Anliegen Jugendlicher in ländlichen Räumen auf. Intensive Diskussionen bilden unter anderem die Grundlage für die Verabschiedung eines Positionspapiers zum Freihandelsabkommen TTIP; ein Ausstieg aus facebook wird geprüft.

Mit dem Verlauf und den Ergebnissen der Versammlung sind alle Beteiligten mehr als zufrieden: „Ich bin fasziniert von der inhaltlichen Dichte der Versammlung und der Diskussionskultur“, so Fabian Schneider, Diözesanleiter der KLJB Freiburg aus Thalheim (Bezirk Meßkrich). Und Ina Schmitt aus Wagenschwend-Balsbach (Bezirk Mosbach-Buchen), ihrerseits Diözesanleiterin, fügt hinzu: „Was hier neben den konkreten Inhalten an Persönlichkeits- und Demokratiebildung passiert, ist enorm und ein wesentlicher Gewinn der Jugendverbandsarbeit.“ Die Diözesanleitung führt ihre Arbeit auch in Zukunft mit konstantem Personal fort. Neben den beiden gehören dieser Timo Straub aus Altheim (Bezirk Meßkirch) und Marius Lurk aus Schnellingen-Bollenbach (Bezirk Kinzigtal) sowie Michael Knaus aus Hinterzarten (Bezirk Breisgau-Hochschwarzwald) als Geistlicher Leiter an.

Jugendliche setzen sich mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Fragen auseinander
In einem Studienteil, begleitet durch Robert Janßen, Bildungsreferent der Akademie Junges Land, setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander, von der Bedeutung neuer Medien und Technologien für die Jugendlichen über die Veränderung der Landwirtschaft bis zu Fragen eines möglichen „Rechtsdrifts“ der Gesellschaft in Bezug auf Bewegungen wie PEGIDA. Die Anliegen der Teilnehmenden wurden in Diskussions- und Interessensgruppen weiter verfolgt und konkrete Ansatzpunkte für die KLJB festgehalten. Die Themen werden die inhaltliche Ausrichtung sowie die konkreten Planungen des Diözesanverbandes und seiner Gremien in Zukunft weiter prägen. Auch außerhalb des Studienteils war es den Jugendlichen ein Anliegen über gesellschaftliche Themen ins Gespräch zu kommen. So stellte beispielsweise der Arbeitskreis Internationales sein Konzept zum Thema „Offene Landjugendräume“ vor und bot in der Mittagspause eine offene Diskussionsrunde zum Thema Flüchtlingsthematik und den „PEGIDA-Interviews“ an.

Positionspapier zum Freihandelsabkommen TTIP
Seit der letzten Diözesanversammlung im vergangenen Herbst hat sich der Arbeitskreis „Kluger und nachhaltiger Konsum“ intensiv mit dem Themenkomplex TTIP auseinander gesetzt. Neben einem inhaltlichen Input für die Versammlung wurde ein Positionspapier vorgelegt, das nach intensiven Diskussionen am Sonntagmorgen durch die Versammlung verabschiedet wurde. Darin wird auf das allgemeine Vorgehen und die mangelnde Transparenz bei den Verhandlungen aufmerksam gemacht sowie zu den Inhalten – vom geplanten Investorenschutz über den Erhalt kultureller Vielfalt bis zum Verbraucherschutz und dem Erhalt ökologischer Standards – klar Position bezogen. „Solange eine Veränderung in der Haltung der Akteure nicht erkennbar ist, sprechen wir uns für einen sofortigen Stopp der Verhandlungen zu TTIP aus.“, so der Schlusssatz des Positionspapiers, das im Anschluss an die Versammlung durch den Arbeitskreis an unterschiedlichen Punkten eingebracht werden soll.

Ausstieg aus facebook wird geprüft
Aufgrund ethischer Bedenken insbesondere gegenüber den Datenschutzbestimmungen des facebook-Konzerns wurde von Mitgliedern der Versammlung der Antrag auf einen Ausstieg des KLJB-Diözesanverbandes aus facebook eingebracht. Das Anliegen wurde angesichts der Bedeutung für die Kommunikationsmedien des Verbandes kontrovers diskutiert und wird nun in einer Kommission weiter verfolgt. Ergebnisse werden spätestens bis zur nächsten Diözesanversammlung im Herbst erwartet.

Förderpreis verliehen – KLJB Menningen auf Platz 1
Im Rahmen der Versammlung wurde der jährliche Förderpreis der KLJB Freiburg verliehen. Unter den 10 Bewerbern, die mit ihren innovativen Ideen die Vorauswahl nicht leicht gemacht hatten, erhielten die drei bestplatzierten die Möglichkeit, ihre Projekte im Rahmen der Versammlung zu präsentieren. Über die Vergabe der drei ersten Plätze und damit die Verteilung der Preisgelder im Wert von 1.000€ entschied die Versammlung. Platz eins belegte die KLJB Menningen mit dem Projekt „Säen und Ernten“. „Uns ist aufgefallen, dass Kinder immer öfter nicht mehr wissen, woher die Lebensmittel kommen“, so eine der Gruppenleiterinnen. Es entstand ein Projekt mit Kindern ab 5 Jahren aus der eigenen Gemeinde, die sich über ein Jahr praktisch und mit großer Eigenverantwortung dem heimischen Gemüse widmeten, von der Saat bis zur Verarbeitung. Platz zwei ging an die Ortsgruppe Landshausen mit einem generationenübergreifenden Aktionstag zum Thema kluger und nachhaltiger Konsum. Die Bezirksleitung aus Meßkirch, die mit ihrer Gebetsnacht rund 300 Jugendliche pro Jahr erreicht, durfte sich über den dritten Platz freuen.

Gottesdienst und Jubiläumsauftakt mit Kabarettist Martin Wangler
Den feierlichen Rahmen der Diözesanversammlung bildete neben dem Gottesdienst am Samstagabend inklusive fetziger Begleitung durch die Band „Old Bones“ aus der Kirchengemeinde Mosbach-Elz-Neckar vor allem das anschließende Abendprogramm – bei dem anlässlich des 65. Jubiläums der KLJB Freiburg der Schauspieler und Kabarettist Martin Wangler, früher selbst Mitglied in der KLJB, ordentlich für Stimmung und Lacher sorgte.

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